#44 Dekanin Univ.-Prof. Dr. Zöchling-Jud im Gespräch

Shownotes

Die Dekanim der Rechtswissenschaftlichen Fakultät spricht mit uns über die Bedeutung der Wissenschaft im Erbrecht.

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00:00:10:

00:00:16: Freitag-Nachmittag.

00:00:20: Zeit für Erbrecht!

00:00:23: Eins, zwei... Das eins, zwei ist heute deswegen von mir angebracht weil unser Herr Koller gesagt hat ich muss nach Zeit für erbrecht eine Pause machen.

00:00:35: Fragen Sie mich nicht warum?

00:00:37: Ich weiß es nicht.

00:00:38: Ich habe die Pause hoffentlich gesetzt.

00:00:40: Lieber Andreas herzlich willkommen.

00:00:42: wir haben heute eine besondere Folge.

00:00:46: Vorhin habe ich es nachgeschaut, aber jetzt schon wieder vergessen.

00:00:48: Vor irgendwie fünfzehn-sechzehn Folgen war bei uns der Senatspräsident Muska zu Gast und wir haben heute keine Premiere oder vielleicht doch jedenfalls unseren zweiten Gast die sehr von uns sehr verehrte Frau Dekanen Universitätsprofessorin Rechtsanwältin Schiedsrichterin Prof.

00:01:11: Brigitte Zöchlenghüt.

00:01:12: Liebe Britta herzlich willkommen!

00:01:15: Danke, dass ich da sein darf.

00:01:17: Auch von mir ein herzliches Willkommen.

00:01:18: und Christian!

00:01:19: Ich war jetzt ganz verwirrt bei deinem Einstieg.

00:01:22: das war ja völlig anders als sonst.

00:01:23: Wie?

00:01:23: Was hab' ich gesagt?

00:01:24: Ich

00:01:24: muss ja immer sagen lieber Christian freut mich, dass wir wieder erbrichtlich zusammen sind.

00:01:29: Okay.

00:01:29: Das hast du mir genommen.

00:01:30: Und du merkst nicht... Du merkst

00:01:31: dich?!

00:01:31: Dass wir heute zu dritt

00:01:32: erbrechtlich zusammensinnig sind.

00:01:33: Vorsicht, ich bin ein bisschen aufgeregt und deswegen machen wir jetzt folgendes Freitag-Nachmittagzeit für Erbrecht.

00:01:41: Lieber Andreas, herzlich willkommen.

00:01:43: Lieber Christian freut mich, dass wir wieder herberichtlich zusammen sind!

00:01:46: So

00:01:46: und jetzt immer genug Bummelwitze gewesen.

00:01:48: Jetzt kann es losgehen.

00:01:50: Liebe Britta vielen herzlichen Dank zunächst an dich das du uns beerst.

00:01:55: Du bist nicht zufällig hier Wir bemühen uns ja ganz selten aber doch Gäste zu gewinnen die vor allem ein sind irgendwie Das absolut beste was man sich überhaupt vorstellen kann In diesem Bereich, du bist die Dekanin der Juristischen Fakultät der Universität Wien.

00:02:19: Du bist wie ich schon kurz erwähnt habe eine Universitätsprofessorin.

00:02:26: gut da gibt es viele also so eine richtige.

00:02:29: früher hat man gesagt der Ordinarius nicht mit sich was für Assistenten.

00:02:33: du hast also einen riesen Leerstuhl, ich hab sechs, sieben, acht Assistentinnen unglaublich viele AssistentInnen Dekanien und des Professions.

00:02:42: Daneben bist du auch Rechtsanwältin, und du bist – und das ist natürlich ein ganz wesentlicher Grund warum wir zusammen sitzen – eine der Top-Expertinnen in diesem Land im Bereich des Erbrechts.

00:02:55: Gestarte mir uns also erstes die Frage wie geht das?

00:03:00: Wie wird man sowas was ich da jetzt gesagt habe?

00:03:02: Habe ich irgendwas ausgelassen?

00:03:05: Stimmt das was ich überhaupt?

00:03:06: Du hast wie immer übertrieben natürlich.

00:03:10: Aber die Antwort auf deine Frage, wie man so was wird ist das, wieso oft im Leben einfach ein Zufall?

00:03:17: Ich habe nach dem US-Studium das Gerichtsehr gemacht und wollte eine Dissertation bei Welser schreiben und plötzlich war eine Stelle frei.

00:03:28: Du erinnerst dich vielleicht dass ein... gewisser Magister Rabel damals auf meinem Anruf beantwortet, die Nachricht hinterlassen hat.

00:03:37: Ich soll zum Prof.

00:03:39: Welser kommen und das Ergebnis war also mir eine Assistentenstelle angeboten hat.

00:03:44: Und so bin ich... Ja, der Wälser, der Magister Ravel war damals nicht in der Position etwas anzubieten!

00:03:54: Aber ... Ja und so bin ich an die Uni gekommen, habe eigentlich immer das Hauptaugenmerk auf die Tätigkeit als Universitätsprofessorin also auf die Wissenschaft und die Lehre gelegt.

00:04:12: Und alles andere was du dann erwähnt hast ist sozusagen nach und nach dazugekommen und ist in meinem Verständnis immer eine Ergänzung meiner Tätigkeiten Als Wissenschaftlerin.

00:04:25: Das ist im Kern die Wissenschaft?

00:04:27: Ja!

00:04:28: Im Kern die Professorin.

00:04:30: und wie war

00:04:31: dein Bärdegang

00:04:32: als

00:04:33: Professorin,

00:04:33: du weißt ja nicht immer am Juridikum, du hast dort begonnen in dem Juridikum aber da gab es ja dann Zwischenstationen.

00:04:41: Der klassische Werdegang ist eigentlich, dass man als Assistentin beginnt.

00:04:45: Dann eine Dissertationsschreib, dann sich habilitiert und das man sich auf die Suche nach einer Professur macht.

00:04:54: Erste Position war an der Universität Bonn.

00:04:57: Da hatte ich einen Lehrstuhl für bürgerliches Recht, den ich dann drei Jahre dort begleitet habe.

00:05:05: von dort bin ich weitergezogen an die Universität Salzburg und hab da auch bürgernliches Recht und internationales Privatrecht gemacht und dann bin ich sozusagen zurückberufen worden an der Uni Wien gelandet, was natürlich mein Wunsch

00:05:26: war

00:05:27: und was mich seither eigentlich beruflich sehr ausfüllt.

00:05:33: Aber parallel war es ja beide nicht in Salzburg oder?

00:05:36: Du warst ja auch eine Zeit lang in Salzburger... Ich

00:05:39: glaube sogar das ich ein Anfolger war!

00:05:41: Ich bin zwar wesentlich älter, ich habe sie ursprünglich angerufen, also als Assistent von Belser und danach wurde ich recht rasch Da bin ich hier nachgehoppelt in Salzburg.

00:05:51: Aber bezüglich dieses Bonn, würde mich interessieren... Jetzt fällt es mir irgendwie auf ein.

00:05:58: War das eigentlich eine One-Way-Ticket?

00:05:59: Oder warst du da in Wien karinziert oder

00:06:02: war das für

00:06:03: Aufgabe aller Zelte?

00:06:04: Du gehst nach Bonn.

00:06:06: Ist das so gewesen?

00:06:07: Das ist so gewesen und ich hängt damit zusammen dass wir damals als Assistenten an der Uni Wien noch verbeamtet waren und man in Deutschland als Universitätsprofessor noch immer verbeamelt ist.

00:06:25: Und man kann nicht doppelt verbeammelt sein, und daher bin ich aus Wien ganz ausgeschieden.

00:06:32: also ich war nicht karinziert und ich hatte auch keine Rückkehroption sondern hab wie du sagst die Zelte abgebrochen und bin nach Bonn

00:06:42: gegangen.

00:06:42: Das heißt, was im Nachhinein alles irgendwie so geschmeidig wirkt und aussieht.

00:06:47: Na ja, da geht man dann dort hin und da und dann war damals Ex-Ante völlig unvorhersehbar?

00:06:53: Ja das war ein... Also wenn das Endziel war eine Professorin Österreich, dann war das eine sehr risikoreiche Entscheidung dorthin zu gehen die ich aber wirklich nie bereut habe.

00:07:06: im Gegenteil

00:07:08: Ja, Bonn ist ja auch im Bereich des Privatrechts eine sehr große Adresse.

00:07:15: Wenn ich mich jetzt richtig erinnere war der Franz Biedlinski in Bonn.

00:07:21: Einer der ganz Großen des Privatsrechts

00:07:23: nach Fünfundvierzig

00:07:25: Carollos.

00:07:28: Der war auch in Bonnes und ich habe nicht gewusst.

00:07:32: Wo Biedliński weiss ich es?

00:07:33: Weil das habe ich irgendwann recherchiert.

00:07:35: Er hatte einen Ruf nach Wien und hat ihn aber abgelehnt, und ist nach Bonn gegangen.

00:07:40: Und das heißt beim zweiten Mal, im zweiten Versuch der Wiener in zu gewinnen, nach Wien gekommen, während beim ersten Ruf er das nicht genommen.

00:07:51: und dann ist statt ihm der Winfried Graalig.

00:08:01: Der ja dann eben der Lehrer unseres gemeinsamen Lehrers Rudolf Welser war, so schließen sich irgendwie diese Kreise.

00:08:09: Eine Frage die wir hier kennen aber vielleicht das Publikum nicht so ohne Wertes beantworten kann.

00:08:14: Liebe Britta was ist ein Dekan?

00:08:18: Was isst eine Dekani an der Universität?

00:08:21: Wie muss man sagen... Ist es ein Schmädjob?

00:08:26: Was braucht man da?

00:08:27: Hat man da Kompetenzen?

00:08:29: Ist das viel Aufwand?

00:08:32: Also ich glaube die... An sich bist du ja meine Chefin, nicht?

00:08:34: Also würdet ihr das nicht wissen.

00:08:35: Ich bin also auch wenn ich mich da in den Mittelpunkt drücken darf Andreas.

00:08:39: Ich hoffe die Kamera schaut auf mich.

00:08:41: Bin ja auch ein Professor an der Universität Wien.

00:08:44: Anderselben Fakultät wie die Brita.

00:08:46: Du bist meine Chefin.

00:08:49: Vielleicht kann man das so sehen aber

00:08:52: ich bin

00:08:52: mir nicht ganz sicher.

00:08:55: Die offizielle Funktionsbeschreibung einer Dekanin ist, dass man die Leiterin der Fakultät ist.

00:09:06: Man vertritt die Fakultät daher nach außen und man hat natürlich intern eine ganze Reihe an Kompetenzen, die von Personalfragen über die Verteilung von sonstigen Ressourcen, Räumen, Budget und ähnlichem reicht.

00:09:24: Also eigentlich hat man sehr viele Zuständigkeiten aber Die meisten Zuständigkeiten und die meisten Kompetenzen sind solche, die immer in Abstimmung mit anderen Gremien der Universität Wien wahrzunehmen.

00:09:42: Wie das genau funktioniert steht in der Satzung der Universitäten und den zahlreichen Richtlinien und sonstigen Regularien Und daher ist die Tätigkeit als Dekan in eine sehr vielseitige Abwechslungsreiche.

00:10:07: Aber letztlich ist man in der Verwaltung der Universität hier tätig.

00:10:11: Es ist aber, was die Leute ja draußen nicht wissen, nicht an allen Universitäten in Österreich gleich im Gegenteil nicht wahr?

00:10:19: Sondern der Dekant ... Das ist

00:10:32: richtig, das ist die innere Organisation der Universität.

00:10:36: bestimmt welche Aufgaben.

00:10:40: welchen Funktionsträger genau zukommen.

00:10:44: und das ist in Wien sicherlich so gestaltet, dass hier relativ viele Kompetenzen auch beim Dekan oder der Dekanın liegen und das hängt wiederum mit der Größe der Universität Wien zusammen.

00:10:59: Wir sind doch eine sehr, sehr große Universität und allein unsere Fakultät ist größer als manche Universität.

00:11:09: Wir haben über sechshundert Mitarbeiter- und Zehntausend Studierende nur am Juridikum Und das ist natürlich eine große Fakulität.

00:11:19: Es wird immer gesagt es sei die Größte im deutschsprachigen Raum, ob das wirklich stimmt und wonach man das genau bestimmt nach der Anzahl der Studierenden oder der Lehrstühle.

00:11:31: Aber wir gehören sicherlich zu den Größten in dem deutsch- sprachigenraum und mit der Größe hängt natürlich auch eine stärkere Verteilung der Aufgaben in der Verwaltung zusammen.

00:11:43: Aber woher kann bei dir das Interesse und die Bereitschaft dich als Dekanin mit diesem großen Verantwortungsbereich in der Verwaltung zu engagieren, wo ja immer prima dein Interesse die Lehre, die Wissenschaft und

00:11:57: Forschung war.

00:11:59: Wie kam es dazu, dass du gesagt hast, das möchte ich machen?

00:12:02: Also auch das ist eher zufällig sozusagen geschehen.

00:12:08: Ich war schon davor wie Zedeckernin als Paul Oberhammer-Dekan war.

00:12:18: Das bin ich geworden weil er mich darum gebeten hat.

00:12:23: Das war eigentlich jetzt gar nicht so eine aktive Entscheidung und so bin ich dann da hineingerutscht, und am Ende des Tages ist es glaube ich so wenn man sehr lange mit einer Fakultät verbunden ist, dann sollte man eine solche Aufgabe auch einmal für eine gewisse Zeit übernehmen.

00:12:50: Betonung gewisse Zeit, gewisse zeit.

00:12:52: Wie lange ist man Dekan?

00:12:54: Fünfzehn

00:12:56: Jahre lang?

00:12:57: Das war früher mal so sehr häufig dass irgendwie die Dekane sehr lange geblieben sind.

00:13:04: jetzt ist es so das unsere Funktionsperiode eigentlich sehr kurz ist nämlich nur zwei jahre.

00:13:11: ich bin jetzt in der dritten Periode also im sechsten Jahr und das wird auch meine letzte sein.

00:13:19: Aha,

00:13:20: ja.

00:13:21: Das ist eine

00:13:22: Neuke.

00:13:22: Ja, neuke!

00:13:27: Jetzt ist das erste Mal publiziert.

00:13:29: Du bist

00:13:31: eigentlich auch in der Verwaltung tätig.

00:13:32: Aber um mich geht es heute nicht.

00:13:35: Ich verstehe es gut... dass auch wenn man eigentlich Prime von einem inhaltlichen, wissenschaftlichen und soweit Interesse getrieben ist.

00:13:43: Dass man, wenn man verbunden ist mit so einer Fakultät – ich kenne das gleiche im Bezug auf unseren Berufsstand – und den Orteatskammer, dass man irgendwann noch die Verantwortung verspürt und auch die Lust verspürt sich auch für das Ganze in der Verwaltung zu engagieren und zu schauen, dass alles gut läuft?

00:14:01: Ich kann das gut nachvollziehen was du sagst!

00:14:03: Dekanien.

00:14:04: Das heißt, du machst das jetzt schon fünf Jahre?

00:14:06: Sechs Jahr?

00:14:07: Sechste Jahr!

00:14:09: Bleibt dann daneben überhaupt noch Zeit für Forschung, für Praxis, für Erdrecht oder...

00:14:17: Ja es ist, das muss ich ehrlicherweise schon sagen nicht eine Aufgabe die man nur nebenbei machen kann.

00:14:26: Es ist schon eine sehr zeitintensive Aufgabe aber ja ist Zeit geblieben für die anderen Tätigkeiten, allerdings natürlich sehr reduziert.

00:14:39: Ich glaube ich habe in den letzten Jahren weniger publiziert als in den Jahren davor.

00:14:46: Das ist einfach eine Begleiterscheinung aber es gibt ja noch kommende Jahre wo man das wieder anders gestalten kann.

00:14:57: Ich habe ihn

00:14:57: mitgebracht, weil es eben

00:14:59: ab geht.

00:15:01: Nein das ist heute erschienen unser Buch zehn Jahre Erbrech zwischen Bilanz und Reformbedarf Das Produkt einer Tagung die ich im Herbst gemeinsam mit Gabriel Kogler veranstaltet habe und wo wir sozusagen das Erbrech-Konferenz in den letzten Jahren ein bisschen kritisch untersuchen und schauen, ob es eine Reform der Reform geben sollte.

00:15:36: Das ist etwas, was glaube ich immer schon die Aufgabe der Wissenschaft war, Gesetzesreformen anzustoßen.

00:15:46: Dass das sehr häufig nicht gelingt oder erst viele Jahre später – das wissen wir aber, man braucht halt einen langen Atem und das ist so ein erster Input!

00:16:02: für eine Reform

00:16:04: der Erbrechtsreform.

00:16:04: War ja eine tolle Veranstaltung damals, wann war das?

00:16:07: im September glaube ich?

00:16:10: Und da sind die Vorträge bei der Veranstaltung, glaubt ihr jetzt publiziert worden.

00:16:17: Du bist auch einer der Vortragenden!

00:16:19: Ich finde das sehr kack, wie du dich hier verhältst.

00:16:22: Weil ich kann mich noch genau erinnern, dass du bei meinem Vortrag nicht zugegen

00:16:25: warst und für

00:16:26: sich mit noch größerem

00:16:28: Interesse lesen, was du damals gesagt hast.

00:16:33: Nein, aber die meisten habe ich gehört.

00:16:36: Christian Rabel Pflichtelserfüllung durch letztwillige Zuwendung Ja, das sollte man lesen.

00:16:42: Das werde ich tun.

00:16:43: Heute erschienen!

00:16:44: Ich werde es mir gleich besorgen.

00:16:46: Sehr lieb von dir... Es ist ja irgendwie glaube ich eine enorm wichtige Erkenntnis und Wahrheit die man sich einzugestehen hat dass in Österreich die verschiedenen juristischen Berufsgruppen die ich jetzt nenne Die Richterschaft die Rechtswissenschaft typischerweise eher getrennt verlaufen, die Karrieren getrenned und isoliert verlaufe.

00:17:21: Das heißt was du hier bist liebe Britta ist ja eher die Ausnahme.

00:17:27: Oder du lieber Christian?

00:17:28: Ja,

00:17:29: mich geht es nicht.

00:17:31: Andreas danke dir dann immer.

00:17:34: Also typisiert im System angelegt ist das an sich nicht.

00:17:38: Das sind individuelle biografische Entscheidungen Und diese Erkenntnis trägt ja irgendwie auch unsere Bemühungen, jetzt rede ich wieder über uns Andreas.

00:17:48: Nämlich in diesem Forum dass wir hier machen die Perspektiven der verschiedenen Berufsgruppen zusammen zu bringen und dabei bei diesen soll ich sagen Zugängen, die wir hier versuchen darzustellen haben.

00:18:07: Wir eigentlich nie erklärt, weil wir gescharmig sind.

00:18:09: Wir reden nicht gern über uns selber.

00:18:14: Ich

00:18:14: merke dass ihr das beide nicht

00:18:17: gerne tut.

00:18:18: Ich habe mir nie erklärt was eigentlich Wissenschaft ist und es ist eine interessante Frage.

00:18:29: Okay, keine Angst.

00:18:30: Ich rede das nicht von der Wissenschaft an sich sondern von der Rechtswissenschaft weil ich glaube die echten Menschen da draußen, die mit uns nichts zu tun haben, die fragen uns ja doch wann immer wir ihnen begegnen wo es macht sie überhaupt?

00:18:43: und jetzt habe ich natürlich die herrliche Gelegenheit liebe Britta dich zu fragen was machen

00:18:49: wir überhaupt?

00:18:50: Um mir diese schwierige Frage sozusagen umzuhängen Ich glaube, dass die Besonderheit der Rechtswissenschaft zum einen einmal darin liegt.

00:19:04: Dass es gar keine so scharfe Trennung zwischen der wissenschaftlichen Tätigkeit und der praktischen Tätigkeiten gibt.

00:19:17: also alle die in einem juristischen Beruf tätig sind, zumindest den selben Gegenstand haben mit dem wir uns beschäftigen.

00:19:25: Nämlich mit dem Gesetz und mit denen dazu ergangenen Entscheidungen des Höchstgerichtes unter der Literatur und wir versuchen Fragen zu beantworten anhand der Regelung Methodik anhand der Dogmatik, die wir gelernt haben um zu einem richtigen oder zumindest vertretbaren Ergebnis zu kommen.

00:19:53: Das ist glaube ich in der Art der Tätigkeit gar nicht so verschieden.

00:19:58: Wir legen das Gesetz aus und versuchen es zu verstehen ausdrücklich geregelt sind, trotzdem unter Anwendung der Methodik und Systematik hier richtig zu lösen.

00:20:24: Es ist ja wie ihr beide wisst nicht so dass ein Richter sagen kann dazu steht nichts im Gesetz und darum entscheide ich über diese Klage nicht.

00:20:34: also das ist keine mögliche Option.

00:20:37: es muss jeder Fall entschieden werden und insofern stellt sich eben die Frage, wie man Fälle dem Gesetz nicht geregelt sind entscheiden kann.

00:20:49: Aber vorgelagert natürlich wie man das Gesetz insgesamt verstehen muss?

00:20:54: Und darauf versuchen wir in der Wissenschaft eine Antwort zu

00:20:57: geben.

00:20:58: Dann würde ich jemanden fragen.

00:21:00: Ich verstehe nur Bahnhof jetzt bei den ganzen Ausführungen.

00:21:03: Das steht ja im Gesetz!

00:21:05: Es steht eben nicht alles im Gesetz.

00:21:07: und um zu wissen, was im Gesetz steht muss man zunächst einmal das Gesetz auslegen.

00:21:14: Das Gesetz interpretieren.

00:21:17: Ja natürlich ja!

00:21:18: Das Gesetz ist trüb.

00:21:20: Alles ist drüb die Realität des Trübes.

00:21:22: und ich glaube eins kann man noch akzentuieren wenn ich das ergänzen darf wir sprechen hier in besonderem eigentlich und konzentrieren uns auf dem Bereich irgendwie das Zivilrecht, das bürgerlichen Recht im weitesten

00:21:33: Sinn.

00:21:35: Das heißt wir sprechen von Konflikten zwischen Menschen oder juristischen Gebilden, die wir juristische Personen nennen.

00:21:43: Konflikte, die die beiden gegenüber nicht lösen können ohne eine dritte Stelle und ein Gericht.

00:21:52: Und der kann dann nichts sagen oder die kann dann nicht sagen das steht da nicht im Gesetz sondern jeder Konfliktfall muss irgendwie gelöst werden.

00:22:00: Und es ist ja, glaube ich gerade auch das Erbrecht ein Rechtsbereich der wunderschön zeigt.

00:22:07: Dass es immer wieder neue Fragestellungen gibt die der Gesetzgeber nicht vorhersehen konnte oder die der Gesetzentwurf also das Gesetz erlassen hat gar nicht explizit geregelt hatte darf, glaube ich eher unter Bezugnahme auf Mount Erbrecht sagen die Geschichte beispielsweise mit den losen Blättern und den Formvorschriften.

00:22:36: Das war halt etwas was irgendwie sich jetzt erst gefragt wurde aus so einem bestimmten Anlassfall heraus obwohl die Frage eigentlich schon seit wahrscheinlich zweihundert Jahren schlummert dann natürlich hier nicht nur das Gericht eine Entscheidung zu treffen hatte, sondern aus diesem Anlass.

00:22:58: Hier über den inneren und äußeren Zusammenhang ganz viel Forschung in Gang gesetzt wurde.

00:23:04: oder die Frage wo eine Unterschrift bei einem Testament stehen muss oder da gibt es ja ganz viele Bereiche.

00:23:12: und um jetzt einen Bereich der mich immer sehr interessiert hat hier ins Treffen zu führen etwa das Verhältnis von Erbrechtpflicht und Privatstiftungsrecht.

00:23:24: Dieses Verhältnis wurde ja vom Gesetzgeber schon deshalb historisch nicht berücksichtigt, weil das Pflichteilsrecht alt ist und dass Privat Stiftungsrechte oder Gesetze aus dem Jahr threehundneinzig gekommen ist, sodass sich dann die Frage gestellt hat wie verhält sich das denn mit?

00:23:46: Wie verhalten sich diese beiden Rechtsgebiete zueinander?

00:23:50: Und dann war es wiederum die Wissenschaft, die sich überlegt hat.

00:23:54: Soll man hier eine Regelung auch ins Gesetz hineinschreiben?

00:23:59: Das hat der Gesetzgeber des Erbreichs, im Jahr twenty-fünfzehn bekanntlich getan.

00:24:03: Ob das gut gelungen ist und ob jetzt weniger Fragen offen sind, möchte ich dahingestellt lassen.

00:24:11: aber ich glaube das beschreibt sehr schön die Tätigkeiten, die wir alle hier eigentlich tun.

00:24:18: Britta, du stehst mit einem Bein in der Wissenschaft oder fast mit beiden Beinen aber mit einem halben Bein vielleicht in der Praxis als Anwältin, als Gutachterin.

00:24:32: und

00:24:33: wie

00:24:33: wichtig

00:24:35: ist das?

00:24:36: Ein

00:24:36: Schiedsrichterin.

00:24:37: Das

00:24:37: mache ich zum Beispiel

00:24:38: gar nicht, das kann ich gar nicht.

00:24:40: Vielleicht

00:24:41: musst Du auch noch

00:24:42: erklären was ein Schiedskrieg ist.

00:24:43: Was mich jetzt interessieren würde... ist dir jetzt aus dem Blickwinkel der Wissenschaft und der Wissenschaftlerin dieser praktische Bezug, dieser Blick in die Praxis, dieser Blick in wirklich bestehenden praktischen Probleme.

00:24:58: Die Ahnung von Causen und wie läuft das alles in der Praxis ab?

00:25:02: Wichtig ist es, wie viel profitierst du auch als Wissenschaftlerin

00:25:06: davon!

00:25:07: Ich glaube, das ist eines der ganz wichtigsten Dinge überhaupt.

00:25:12: Die Wissenschaft ist ja nicht dazu da sich abstrakte Rechtsprobleme zu überlegen und diese zu lösen ohne dass sie sozusagen von irgendjemandem gebraucht werden.

00:25:27: Und es ist auch so, praktischen Fälle überhaupt erst auf die Ideen kommt, welche Probleme sich stellen oder welche Rechtsfragen noch ungelöst sind.

00:25:43: Also ich glaube dass hier Wissenschaft und Praxis in einem ganz wichtigen Zusammenspiel zur Fortentwicklung des Rechtes beitragen und das man nicht das eine vom anderen trennen kann.

00:25:56: Das ist möglicherweise in anderen Rechtsgebieten anders aber im Zivilrecht und eben auch daher im Erbrecht in ganz besondere Masse notwendig.

00:26:06: Wie gesagt, ich komme noch einmal auf die Frage zurück wo eine Unterschrift auf dem Testament stehen muss.

00:26:16: ja das ist eine Frage die kommt man gar nicht wenn nicht irgendwann ein Testament da liegt wo der Text nicht unter sondern überschrieben.

00:26:29: Also das ist Zusammenspiel haltig für sehr, sehr wichtig und ich glaube dass es hier eine wechselseitige Befruchtung gibt.

00:26:36: Und dass daher gemeinsam hier viel zur Entwicklung des Rechtes beigetragen

00:26:41: wird.

00:26:43: Wissenschaft, Wissenschaft, die Wissenschaft im Dialog mit der Praxis findet.

00:26:50: wo siehst du den eher fokussiert oder wie kommt dir das unter?

00:26:55: Ist es der Dialog mit dem Höchstgericht, in dem man Entscheidungen wahrnimmt und sie bespricht und analysiert.

00:27:02: Das heißt sozusagen im Nachhinein oder – das fühle ich auch schon der Begriff Gutachter – was ist ein Gutachten?

00:27:11: Wer braucht ein juristisches Gutachten?

00:27:15: wie passiert denn das in der Realität?

00:27:20: Ich darf noch einmal zurückkommen, was ich eh schon gesagt habe.

00:27:25: Die Tätigkeit des Höchstgerichtes, der Wissenschaft, der Anwälte wenn sie in ihren Schrift

00:27:32: setzen

00:27:33: argumentieren ist nicht in allen Bereichen aber im Kernbereich ja nicht so verschieden.

00:27:40: Und ich glaube daher... Daher ist es auch nicht verwunderlich dass höchstrichter sehr häufig wissenschaftliche arbeiten oder Anwälte, Notare sehr viel publizieren.

00:27:55: Also auch wissenschaftlich arbeiten und umgekehrt Leute die aus der Wissenschaft kommen auch praktisch sich einbringen sei es jetzt in einem Beruf oder eben auch in Form von sogenannten Gruppen wo einfach eine Rechtsfrage, die sich vielleicht bisher noch nicht gestellt hat oder die sich in einem aus einem konkreten Anlassfall anders stellt oder eine andere Beurteilung nahelegen würde nach wissenschaftlichen Kriterien bearbeitet wird und hier durchaus auch Argumentationshilfen für den Einzelfall zur Verfügung stellt.

00:28:39: Das Gericht kommt auch vor allerdings eher in internationalen Causen, wenn ein ausländisches Gericht... österreichisches Recht anwenden muss, dann kann es durchaus vorkommen dass auch das Gericht ein Gutachten in Auftrag gibt.

00:28:59: Aber in der Regel sind das von den Parteien eines Rechtsstreites oder von einer Partei des Rechtsstreits ein Beauftragtesgutachten.

00:29:10: Gibt's eigentlich noch Fakultäts-Gutachten?

00:29:13: Das kenne

00:29:14: ich gar nicht.

00:29:14: Ich kenne

00:29:15: das als der Biografie vom Jering Erruhr von Jering im Jahrhundert, aber jetzt blamier ich mich bitte die Rechtshistoriker.

00:29:23: Bitte helft mir.

00:29:25: Kontakt et mount erbricht.com.

00:29:27: Damit wir anbringen schreiben sie uns kommunizieren Sie mit uns belehren sie mich helfen sie uns weiter.

00:29:34: Aber wenn da so ein absoluter Topmann wie der Jering nach Wien gelockt wurde dann hat man den schon im Vorfeld ein Angebot gemacht und dem hat man Universifakultätsgut achten in Werte irgendwelchen Tausenden Gulden garantiert.

00:29:50: Offenbar war das früher im Jahrhundert so, dass die Fakultät oder einen aber den muss ich nachgehen.

00:29:56: Da wurde einer ihrer besten Leute... Ich nehme es an!

00:30:01: Aber ich habe jetzt nur den Begriff auf Lager oder die Erinnerung vielleicht auch Unsinn.

00:30:05: Sie schreiben's uns.

00:30:09: Ich hab´s vorhin erwähnt Schiedsrichter Was ist bitte ein?

00:30:16: Schiedsrichter fragt das Volk, außer am Fuss bei Blotz.

00:30:22: Wo machst du Schiedsprüchter?

00:30:24: Es gibt die österreichische Zivilprozessordnung sieht vor, dass es den Parteien frei steht statt der ordentlichen Gerichtsbarkeit.

00:30:35: Also dem staatlichen Gericht auch wenn man so will ein privates Gericht zur Entscheidung des Rechtstreites zu berufen.

00:30:46: das geht nicht in allen Bereichen und das hat verschiedene Voraussetzungen.

00:30:52: aber dann entscheidet sozusagen statt eines staatlichen Gerichtes ein privates Schiedsgericht.

00:31:04: Das ist sozusagen die Basis, das Interessante ist also inhaltlich findet das hauptsächlich im Wirtschaftsstreitigkeiten starten.

00:31:14: Es gibt natürlich auch noch andere Bereiche, Investitionsschiedsgerichtsbarkeit aber bei den sonstigen Streitigkeiten geht es in der Regel um Wirtschaftsstreitigkeiten sehr häufig mit einem internationalem Bezug.

00:31:28: Aber und das muss ich hier in diesem Podcast schon loswerden!

00:31:33: Es gibt eine Bestimmung Der sagt, dass Schiedsgerichte auch durch eine letztwillige Verfügung zur Entscheidung eines Rechtsstreites berufen werden können.

00:31:53: Also nicht nur die Streitparteien vereinbaren das ein Schiedssgericht hier den Streit entscheiden soll sondern das kann theoretisch auch der Erblasser Das ist ein Bereich nicht mit Leben befüllt ist, das kommt in der Praxis so gut wie nie vor.

00:32:16: Ich verstehe es eigentlich nicht!

00:32:20: Ich glaube ich habe vor zehn Jahren schon oder noch länger darüber mal gemeinsam mit Gabriel Kogler publiziert und gerade im Erbricht als eine wirklich gute Alternative zu diesen oft jahrzehntelangen Streitigkeiten ansehen.

00:32:41: Ja, vielleicht gelingt es mir irgendwann einmal noch dafür ein fruchtbarer Werbung zu machen.

00:32:47: also das ist bisher weit.

00:32:48: Das

00:32:48: wäre doch für Testamente

00:32:50: interessant.

00:32:50: Es ist hochinteressant.

00:32:52: Früher hat man darüber diskutiert vor vielen, vielen Jahrzehnten ob man das auch da anordnen kann beim Testamenzvollstrecke oder dem Testamentsvollstrecker zu einem zu dem Rechtsprecher imporstilisieren kann, erinnere ich mich dunkel.

00:33:05: Also vor meiner Zeit... Du meinst also, ich tab sie jetzt hier, leg das gleich offen in Gatscharum meiner Gedanken?

00:33:15: Du meinest also Sie offenbar an der ZBO.

00:33:18: ist es möglich dass sich in einem Testament anordne sämtliche Streitigkeiten aus dieser Letzteligen Verfügung sind durch ein zivil zu durch einen Schiedsgericht.

00:33:29: Das wäre möglich!

00:33:32: Da wird es dann langsam fraglich, aber grundsätzlich ist das möglich.

00:33:39: Diese Bestimmung in der ZBO wirft sehr viele Fragen auf und wir haben leider in Österreich dazu keine höchstgerichtliche Judikatur.

00:33:52: nicht in den Testamenten drinnen steht, weil alle sich denken aber weiß wie das geht und daher gibt es eine Rechtsunsicherheit.

00:34:00: Rechtsunsicherheit ist ja auch manchmal durchaus im Interesse des Herr Plasser so muss man sagen eine ordentliche Beratung machen.

00:34:09: also da kann man sehr viel sich eigentlich überlegen.

00:34:13: Aber richtig ist dass wir hier in Österreich einen nicht besonders erforschten und nicht judizierten Bereich haben.

00:34:22: Aber das steht eigentlich in der ZBO drinnen und daher ist es grundsätzlich einmal zulässig.

00:34:27: Interessiert mich sehr, aber da steht nur drinnen offenbar dass ich letztwillig... verfügen kann, was es ein Schiedsgericht geben soll.

00:34:35: Aber bedeutet das auch dass ich dieser Schiedsericht berufen kann für alle Fragen die sich aus meinem Erdfall ergeben.

00:34:42: oder ist das eine zweite Frage?

00:34:45: Das

00:34:45: ist eine zweite frage.

00:34:47: hier wird immer wieder diskutiert ob man auch die Pflicht als berechtigten binden kann.

00:34:54: Ich glaube unter uns gesagt ja weil wir auch den schönen Anbaragrafen sieben, zweiundsechzig haben der ja uns alles ermöglicht sozusagen was die Belastung des Pflichteilsberechtigten betrifft.

00:35:13: Es gibt bei einer vergleichbaren Rechtslage in Deutschland was das Prozessrecht betriffe eine Entscheidung BGH, der gesagt hat, dass die Pflichtteilsberechtigten nicht gebunden sein können.

00:35:28: Wobei man aber dort wiederum die andere Stellung des Pflichteilsrechts im Grundgesetz mit berücksichtigen muss.

00:35:36: Aber ich sage nur das ist ein Gebiet, das sich lohnen würde hier ein bisschen mit Leben zu erwecken.

00:35:44: Im Übrigen wäre es etwas wo glaube auch Notare als Schutzrichter tätig sein könnten und das wäre etwas worüber

00:35:56: man

00:35:57: interessiert mich sehr, da will ich mich wirklich damit beschäftigen.

00:36:00: Das ist wirklich sehr interessant.

00:36:01: aber zumindest muss es wahrscheinlich möglich sein und so ist die Regelung wahrscheinlich im Mindesten zu verstehen.

00:36:05: aber das frage ich dich jetzt dass man zumindest alle fragen Die dem letzten Willen, die wirklich der letztwilligen Verfügung, der Gestaltung durch den Erdblasser sozusagen entspringen.

00:36:17: Die Frage der Quote, die Frage der Erbtelung alles was so ein Auslegungsfragen auch der letzt willigen verfügungen sind das wird man wahrscheinlich unter die Schiedsgerichtsbarkeit bringen dort wo wir ins zwingende Recht kommen im Pflichtesrecht.

00:36:30: darüber wird man offenbar diskutieren können.

00:36:36: Es gibt ja auch noch die Möglichkeit parallel zur Verankerung im Prozessricht, der prozesualen Verankern sozusagen, gäbe es natürlich auch noch eine Möglichkeit das materielrechtlich zu verankern in Form einer Auflage oder ähnlichem.

00:36:50: Also das ist gar nicht ausgeschlossen.

00:36:55: Und es wäre, es ist natürlich dort eine spannende Alternative einmal wenn es um sehr komplexe internationale Sachverhalte geht und zum anderen wo einfach sehr viele Streitlichkeiten parallel auf verschiedenen Ebernen stattfinden.

00:37:16: Und die Schiedsgerichte sind ja auch... Es gibt ja keinen Instanzenzug

00:37:22: bei den Schiedssgerichten

00:37:23: Und das ist zumindest auf der Zeitachse durchaus etwas, was im Interesse der Betroffenen

00:37:29: sein

00:37:29: könnte.

00:37:30: Das halt ich nämlich für einen interessanten Aspekt, dass man wirklich die unterschiedlichsten Fragen, die sie im Erbfeller geben in ein Forum werfen könnte und nicht diese verschiedenen Zuständigkeiten und Parallelprozesse hätte – was oft in Erb fällen enorme Schwierigkeiten

00:37:48: betonkend!

00:38:03: Das ist natürlich auch bei der Schiedsgerichtsbarkeit durchaus ein Problem, aber es gibt eine sehr große Gestaltungsfreiheit bei den Schiedserfahren.

00:38:15: Ich sage nicht, dass es für alle Fälle geht und ich sage auch nicht, das es vollkommen unproblematisch ist oder nicht.

00:38:23: Auch damit wieder Rechtsfragen verbunden sind.

00:38:26: aber man müsste ja mal anfangen sozusagen.

00:38:29: Und das ist es was ich seit geraumer Zeit versuche...

00:38:35: Wir schön, dass du glaubst wir sind nicht abgesprochen.

00:38:38: Aber nämlich wenn du dir vor Augen hältst, wenn wir da diese ganzen Informationen zusammenbringen.

00:38:42: erstens Ich rede es nicht vom Pflichtheitsprozess, der sowieso extrem lang kompliziert sauteuer.

00:38:52: Aber jetzt rede ich von dem was du erwähntest über Andreas nämlich der Streit über den Inhalt einer letztwilligen Verfügung.

00:39:00: auch dieser Streit unter Umständen sehr lange und auch sehr wie soll ich sagen im Einzelfall nach dem Erlebnis der Bevölkerung enorm frustrierend.

00:39:11: Du bist beim Bezirksgericht Das heißt, es ist zwingende Zuständigkeit des Bezirksgerichts wenn es um die Erbrechtstreitigkeit geht also ihre jetzt von Streitungserbrech

00:39:21: und

00:39:22: erfahrungsgemäß sage ich mal in vielen Fällen eher entspannte Verfahrensführung.

00:39:28: Und nicht ein straffes Verfahrenregime wie beim HG, beim Handelsgericht.

00:39:33: Entschuldige liebe Richterkollegen oder Richterkollegen das heißt du bist ausgesetzt einem sehr langen Verfahren.

00:39:44: Du hast zu tun mit Richtern,

00:39:46: die

00:39:47: glaubt man der Statistik extrem selten Erbrichtsprozesse führen.

00:39:55: Weil wie wir ja oder ich herausgefunden habe durch Umfrage beim Bundesministerium für Justiz alle allermeisten Klärungen des Erbrechts ohne Richterspruch im Streit erfolgen weil der Gerichtskommissär, weil ihr das so wunderbar auf Vergleichswege oder wie auch immer im Vorfeld erledigt.

00:40:19: Das heißt, es ist noch kein Argument für das Schiedsgericht.

00:40:22: Die Schichtsrichter würden Sie auch nicht oft führen?

00:40:24: Nein, aber bei den Schichtsrichten... Du bist ja frei.

00:40:28: Das ist ja gerade der Witz.

00:40:29: Man hat zwei besondere Interessen, glaube ich.

00:40:32: erstens dass man bei der Wahl der Schießrichter natürlich Personen nehmen kann die in diesem Bereich eine hohe Expertise haben.

00:40:40: und dann gibt's natürlich noch einen zweiten Aspekt der überhaupt nicht ausreichend wahrgenommen wird nämlich Vertraulichkeit.

00:40:51: Wir haben doch gerade im Erbrecht, wenn es auch um größere Vermögen oder vielleicht sogar berühmte Familien geht zu Lebzeiten wird immer danach getrachtet dass alles möglichst verschwiegen ist und alles möglichst geheim und nicht in der Öffentlichkeit geredet zumindest bei manchen Familien das ja jeder Familie anders gestrickt oder wo es auch um Geheimhaltungs- oder Unternehmensinformationen gibt, wo es durchaus ein Geheimhaltungsinteresse geht.

00:41:29: Und dann sind wir im Erbrichtstreit, wo wir bis zum obersten Gerichtshof gehen müssen... Das ist eben der Fall so nahelegt, wo dann jedermann die veröffentlichte Entscheidung lesen kann.

00:41:45: Lesen kann welche innerfamilieeren Probleme es gegeben hat?

00:41:52: Ja, aber schon anonymisiert.

00:41:53: Es ist anonymisiert, aber wir sind ja doch in einem Land, wo man manchmal aus den Dingen... Wo muss ich gehen?

00:42:01: ...die veröffentlich werden durchaus auch Rückschlüsse ziehen kann, um wen es sich handelt.

00:42:08: Also das ist schon ein Punkt und das ist natürlich in der Mangelung einer Veröffentlichung von Schiedsprüchen hier ganz anders.

00:42:17: Da gibt's einen Bereich.

00:42:18: wir sind ja hier Erbrechts begeisterte Freaks-Erbrechtsliebhaber.

00:42:26: Ich hab übrigens heute Mittag eine heiligen Figur einen Engel gekauft.

00:42:31: muss ich dir, muss ich euch sagen am Stephansplatz entzückend gibt es ein Geschäft wo du Holzschnitzereien also christlicher Natur kaufen kannst und ich habe zu einem kleinen Enkel gekauft.

00:42:45: Und warum erzähle ich das?

00:42:46: Weil die Verkäuferin war so wahnsinnig reizend liebe Grüße und hat mir erzählt dass sie schon als Kind in diesem kleinen Geschäft immer gearbeitet hat weil sie liebt diese diese diese holzeiligen Figuren Die alle aus einem Tal kommen in Südtirol angeblich, dort schnitzt das ganze Teil die ganze Zeit durch diese Figur.

00:43:05: Also wenn man eist, kommt ja auch hin.

00:43:07: So und so komme ich mir auch hin bevor, so wird es ein Schnitzer da, ein Schnitzeljahrzehnteler... Und ihr gehört dazu, auch wenn ihr das nicht so empfindet, wer's als Ausdruck ist!

00:43:17: So, hier her geht es Schnitzer.

00:43:18: Ich bin

00:43:18: gespannt wie die Engel wieder zum Erbricht

00:43:22: führen!

00:43:23: Ja das ist schon

00:43:25: so gewesen... ...so

00:43:26: wie die Dame den Engel liebt.

00:43:28: Ach so?

00:43:28: Das war jetzt so oft hier.

00:43:29: Ich frage mich auch oft aber es kommt dann

00:43:31: immer in mein Geist.

00:43:32: Und wir hatten und das hat mich natürlich sofort hellhörig gemacht Wir haben hier in diesem Forum Eigentlich noch nie gesprochen, das müssen wir mal machen.

00:43:43: Und heute machen wir es zum ersten Mal über dieses Phänomen Privatstiftung nach Privat-Stiftungsgesetz und Pflichtheilsrecht zudem es eine gigantische Flut an wissenschaftlichen Publikationen gibt also sehr großes Interesse.

00:44:03: Dort bist du ja tatsächlich absolut an der Spitze führen.

00:44:09: Das ist jetzt keine Schmeicherei, sondern du bist verantwortlich für diesen Schmerz in meiner Rippe.

00:44:19: Nämlich den Paragraph sevenhundert und achtzig Absatz zwei Ziffer... Was ist das?

00:44:23: Fünf oder was?

00:44:25: Vierundfünfe!

00:44:26: Nein nein nur der Fünfer tut mir leid

00:44:27: nämlich

00:44:28: dass die Begünstigung durch eine Privatstiftung auch einer Schenkung gleich gehalten wird.

00:44:35: Ich glaube, geht er recht in der Erinnerung dass du das wirklich erfunden hast?

00:44:38: In der Festschritt für Rudolf Welser noch dazu?

00:44:41: Ja genau!

00:44:44: Aber jetzt erkläre mir welchen Schmerz dir das verursacht.

00:44:49: Das ist schon ein Art Systembruch oder etwas ganz Neues weil hier eine Zuwendung die von einer Person erfolgt dem Verstorben unmittelbar nichts zu tun hat, also

00:45:00: eine

00:45:01: Zuwendung über die

00:45:02: Ecke.

00:45:04: Hier Schenkungen gleich gehalten wird und sich vor allem die Frage dann stellt mit den Detailfreund zum Privatschriftungsrecht wie ist das analogiefähig?

00:45:13: Wie kann man was mehr mal daraus noch basteln?

00:45:15: aber meine Frage ist folgende der Gesetzgeber des Erbregs.

00:45:21: Das Jahr übernommen und sieht das anders als ich Da her.

00:45:27: völlig richtig, bist du mit der Reform in diesen Bereichen zufrieden?

00:45:34: Haben die Rechtslage für den Betroffenen klarer gemacht.

00:45:40: Wie schaut das aus?

00:45:42: Vielleicht als Recht und Privatstiften?

00:45:44: Also da sind jetzt ganz viele Fragen auf einmal.

00:45:48: Ich würde gerne eigentlich eine Gegenfrage stellen nämlich warum dir das so einen Schmerz in der Rippe, was im Übrigen auch eine interessante Formulierung ist verursacht.

00:46:02: Weil es ja ein Phänomen ist dass wir nicht isoliert bei der Privatstiftung antreffen wenn ich dir hundert Euro schenke mit dem Auftrag fünfzig davon dem Andreas weiter zu schenken dann würde man ja auch nichts dass die Zuwendung an den Andreas in Höhe von fünfzig mit mir gar nichts zu tun hat, weil sie auch von dir gekommen ist.

00:46:31: und ähnlich verhält es sich ja auch mit der Stiftung.

00:46:35: Da werden ja die Begünstigten nicht von irgendeinem Engel als solchen bestimmt sondern vom Stifter- und späteren Erblasser, der sein Vermögen einer Stiftungen gewidmet hat dem, ich sag's jetzt, untechnisch Auftrag es an die Begünstigten weiterzuleiten.

00:47:00: Vielleicht noch zwei Sätze weil du sagst, ich bin schuld an dieser Regelung.

00:47:06: das will ich so zurückweisen.

00:47:09: Ich bin es nur vielleicht Ursache und da muss ich jetzt wenn ich darf zwei Minuten ausführen.

00:47:16: Historisch war es ja so dass dieses Stiftungsrecht in Gewachsen ist, gekommen ist.

00:47:28: und völlig unverbunden neben dem Pflichteilsrecht gestanden ist.

00:47:32: Und damals war es als erster Martin Schauer, der einen Aufsatz geschrieben hat, der dargelegt hat, dass die Zuwendung an eine Stiftung wie eine Schenkung zu behandeln ist und daher in analoger Anwendung des früheren Paragraphen-Simpfen uhr nachtzig hier zu berücksichtigen ist im Pflichteilsrecht.

00:47:57: Und dann war es eigentlich ja nur der logische Schritt zwei, wenn der Erblasser sein Vermögen der Stiftung gibt und es die Stiftungen dem Pflicht als Berechtigten weiter gibt, dass man sich die Frage stellt naja aber ist das dann nicht auch eine Zuwendung des Erblassers an den Pflichterls berechtigt?

00:48:19: und das war das was ich damals vertreten habe.

00:48:22: Und das ist das was tatsächlich im Paragraf siebenhundert um achtzig Absatz zwei Ziffer fünf jetzt verankert ist.

00:48:31: Bin ich glücklich mit der Reform?

00:48:35: Nein und zwar deshalb nicht weil ganz viele Fragen ja ungelöst geblieben sind durch das Erbrech.

00:48:46: Und insbesondere Regelungen in einem noch nicht ganz klaren Verhältnis zueinander stehen, klar mal auf man könnte auch sagen Widerspruch zueinander stehen die Diese Problematik, also Privatstiftung und Pflichteilsrecht sich mittelbar auswirken.

00:49:07: Das ist etwa da, erwähnte schon Baragraff sieben zu einundsechzig und das Verhältnis zu den Stundungsregelungen und ähnliches mehr.

00:49:17: Also nein es ist nicht viel klarer geworden.

00:49:21: ja es ist noch immer sehr viel wissenschaftlich zu erforschen in diesem Bereich.

00:49:28: Aber jetzt könnte ich fast unseren gemeinsamen Lehrer Welser zitieren.

00:49:35: Beim Stiftungsrechter, wer A sagt muss auch B sagen.

00:49:38: also wenn ich überhaupt hier mit dem Recht der Schenkungshinzonen Anrechnungen arbeite dann kann natürlich nicht nur die Zuwendung an die Stiftung eine Rolle spielen sondern es muss auch eine Rolle spielt was die Stichtung am Pflicht als berechtigte

00:49:54: zuendet.

00:49:56: Bist du damit glücklich?

00:49:57: Ist der Schmerz vorbei.

00:49:58: Ich glaube, der Schmärze ist noch größer geworden.

00:50:00: Die bei meinem Kopf raten es nur.

00:50:05: Aber

00:50:05: wir wollten eigentlich nicht über Erbricht reden, fragt mir gerade.

00:50:11: Du hast mir gesagt, wir sprechen über meine Funktion als Tickane.

00:50:15: So endet

00:50:17: wieder

00:50:19: beim Erbrechen!

00:50:19: Wir machen natürlich... Mindestens eine Spezialfolge über Pflichtrechtsrecht und Privatstiftung.

00:50:27: Selbstverständlich dann, wenn du nicht da bist...

00:50:29: Da

00:50:30: kann

00:50:32: ich mich mehr strahlen!

00:50:34: Nein vielen Dank für die Hinweise und das sind natürlich ganz schwierige Themen.

00:50:39: vielleicht habe ich überzeugt oder doch nicht?

00:50:41: Dann muss man darüber nachdenken dass mit den Privat-Stiftungen finde ich schon aus einer Mega Vogelperspektive irgendwie berührend, nämlich wenn du das so auch dargestellt hast.

00:50:54: Da kommt im Jahr three und neunzig dieses Privatstiftungsgesetz.

00:50:59: Ich war nicht dabei aber ich kann mir vorstellen dass wir diesen liebenswürdigen ärzigen multimillionären Milliardären damals gesagt hat Das ist ein supermittel da könnt ihr den Pflichtteil umgehen usw.

00:51:09: Dann wird ihm nachgang Jahre später vom Kollegen Schauer gesagt noch Momente mal das würde offenbar übersehen analogie Und dann waren aber schon gestiftet.

00:51:22: Und so und so ist diese spannende Fragestellung, die nicht hunderttausende Menschen betrifft in Österreich?

00:51:32: Wahrscheinlich nur

00:51:34: dreitausend.

00:51:34: Ich glaube ein paar Tausende, also wenige Tausend und davon haben wahrscheinlich die Hälfte nur Kinder.

00:51:41: Und davon wiederum streitet die Hölfte eh nicht was Pflichtes verzichten hat.

00:51:45: Also ich schätze einmal ein paar hundert Leute werden es schon sein.

00:51:47: Das Erdrecht-Zweißen-Fünfzehn hat uns immerhin dreibarrer Grafen oder Dreieppige gebraucht, glaub' ich nicht.

00:51:54: Wir sind drinnen still im Pflichtersrecht.

00:51:57: Also

00:51:58: dann schließen wir würde ich fast sagen mit der Privatstiftung... Und ich sage vielen herzlichen Dank, es war uns oder mir eine Ehre.

00:52:04: Andreas hast du mal richtig gesagt.

00:52:07: Danke für die Einladung!

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